CD-Neuerscheinungen unter dem Label „inStyle guitar“
7. Januar 2010 | von admin | Kategorie: CD-Neuerscheinungen, Leitartikel
Mit dem neuen Gitarren-Label „inStyle guitar“ startet Stereoflex Records ins Jahr 2010. In diesem Zuge trifft es sich nahezu perfekt, dass Jürgen Saalmanns aktuelles Album den Titel „Aufbruch“ (Klassik / Jazz / World) trägt und gemeinsam mit der CD „Companas de la Esperanza“ (Flamenco / Jazz / World) des französischen Gitarristen Nicolas Guay am 8.1.2010 veröffentlicht wird.
Der Komponist und Gitarrist Jürgen Saalmann schöpft aus einem breiten Spektrum von musikalischen Einflüssen. Er versteht es mit großem Sinn für Raum, Zeit und Klang Neoromantik, moderne Klassik und Jazz miteinander zu einem sehr eigenständigen Stil zu verbinden. Stücke mit schwebenden Klängen und dem Gespür für Stille wechseln sich in seinem Programm mit expressiv ausbrechenden Kompositionen ab.
Bereits 2007 veröffentlichte Saalmann, der an der Musikhochschule Münster klassische Gitarre studierte, die erste Solo-CD „Accoustic Lounge“. Jetzt legt der facettenreiche Musiker mit seinem zweiten Album „Aufbruch“ nach. Kompositionen wie „The boss“ sind geprägt durch exzentrische sowie explosive Ausbrüche und zerbrechliche, fragile Klang-Szenen. In „Bipolar Blues“ bedient sich der Gitarrist aus den Bereichen Blues und Ragtime und entwickelt, ohne dabei die eigene Linie zu verlieren, eine zerklüftete musikalische Landschaft. Aber auch Bossa Nova und lateinamerikanische Einflüsse blitzen immer wieder auf. „Choros No. 1“ zeigt beispielsweise, dass Saalmann auch leicht beschwingt seinen eigene musikalischen Weg geht. Romantische und melodiöse Stücke wie „For a good friend“ stehen im Kontrast zu freischwebenden Klangkompositionen wie „Gedankenverloren“ und „Impression 1“. Berührungsängste sind Jürgen Saalmann fremd und sein kreativ Genre-übergreifendes Album „Aufbruch“ folgt einer verzaubernden Dramaturgie aus 15 Kompositionen. Trotz mitreißender Umbrüche landet der Zuhörer immer wieder auf musikalischen Wohlfühl-Inseln, voller Esprit und melancholisch, warmer Entspannung.
Der in Lyon lebende Komponist und Gitarrist Nicolas Guay ist einer der herausragenden Musiker der französischen Gitarrenszene. Nach der Veröffentlichung des Albums „Heaven Way“, eine kreative Fusion aus Flamenco, Jazz und Avantgarde, legt der Franzose mit „Campanas de la Esperanza“ ein Solo-Album nach, das durch den Percussionisten Ismaïl Mesbahi stilsicher bereichert wird.
Dabei handelt es sich um bezaubernden und kurvenreichen Flamenco-Jazz: Ein homogenes Gemisch aus spanischen Nylon-Saiten- und arabischen Darbuka-Klängen, die den Zuhörer rhythmisieren und in unterschiedliche Welten entführen. Frieden und Chaos sind die beiden Gegenspieler, die in einem ständigen Frage-und-Antwort-Spiel die notwendige Spannung halten, um Guay aufmerksam auf seiner Reise zu begleiten.
„Ich mag Kontraste durch den Wechsel von Stimmungen und Rhythmen“, erklärt der Absolvent der Academy of Soiy-sur-Seine und Music School of Paris in einem Interview mit der französischen Zeitung „Le Progrès“. Während seines Studiums fand er den Weg zu den klassischen spanischen Gitarren-Meistern. „Die Musik ist bereits geschrieben und es gibt für einen Gitarristen keinen Weg um sie herum“, erklärt Guay, für den die meisterhafte Beherrschung der Technik letztendlich der Schlüssel ist, um auch mit der eigenen Musik überzeugen zu können.
Nicolas Guay ist aber auch Rock-Fan und liebt den Sound von Alvin Lee und Jimmy Page, was bei seinem aktuellen Album „Companas de la Esperanza“ von Zeit zu Zeit durch rhythmische Elemente deutlich wird. Auch wenn der rote Faden des Albums, wie die beiden Kompostionen „Océanic Visions“ oder „Prologue et Toccata“ zeigen, spanische Beeinflussung erfährt, wird dieser Eindruck immer wieder sanft unterlaufen. Nicht zuletzt das sensationelle Tremolo im zweiten Satz „Plainte“ der Sonate „Companas de la Esperanza“, die dem Album seinen Namen verleiht, lässt aber schlussendlich keine Zweifel über den musikalischen Background des Künstlers und dessen spielerische Fähigkeiten aufkommen.
Die Musik von Nicolas Guay ist eine gelungene Mischung aus Emotionen und Stimmungen – herbeigeführt durch unterschiedliche musikalische Einflüsse. Sie ist persönlich, einzigartig, extravagant, aber immer überzeugend und stets authentisch.