Der Jazz – Ursprünge und Kennzeichen

20. Oktober 2009 | von admin | Kategorie: Allgemeines, Leitartikel, Top-Artikel

Musiker des JazzIm Rahmen unseres Jazz-Magazins müssen wir uns natürlich auch die zentrale und äußerst wichtige Frage stellen, was denn „Jazz“ eigentlich ist und wo diese Musikgattung ihren Ursprung hat. Genau genommen ist Jazz eine von überwiegend Afroamerikanern hervorgerufene Musikrichtung, die um etwa 1900 in den USA entstanden ist. Sie wurde in vielfältiger und ausführlicher Art und Weise weiterentwickelt sowie in ihren Charaktereigenschaften ausgebaut – nämlich im sogenannten Crossover zusammen mit anderen Genres und Musiktraditionen. Heutzutage zählen beispielsweise sogar Musikgattungen und –Formen zum Jazz, die kaum oder gar nicht mit der Tradition des afroamerikanischen Stils verbunden sind.

Des Weiteren ist zu betonen, dass die Musikrichtung des Jazz im Rahmen seiner künstlerischen Bedeutung sehr oft als amerikanisches Pendant zur sogenannten klassischen europäischen Musik betrachtet wird. Außerdem ist es dem Jazz erfolgreich gelungen, nicht nur sich selbst zu einer außergewöhnlichen und namhaften „eigenen“ Musikgattung zu entwickeln, sondern auch tatsächlich allen andern Sparten der weitreichenden Musik, nämlich von Pop bis Folk, neue und zielorientierte Pforten und Chancen sowie potenzialreiche Möglichkeiten zu eröffnen.

Nach einer umfangreichen Behandlung der Frage, was denn die Musikrichtung Jazz eigentlich ist und wo ihre Ursprünge und Wurzeln liegen, legen wir nun den Fokus auf besondere Kennzeichen des Jazz. Schlichtweg kann gesagt werden, dass der Jazz auf einem fast ausschließlich europäischen Tonsystem basiert. Darüber hinaus beschränkt sich diese Musikrichtung auf die Verwendung europäischer Melodik sowie Harmonik, musikalischer Formen wie beispielsweise die Songform und einer Vielzahl europäischer Instrumente wie u.a. Blasinstrumente, Gitarre, Klavier, Becken, Kontrabass, große und kleine Trommel. Wie diese Aspekte  klar und deutlich aufzeigen, bedient sich der Jazz an der aus Europa stammenden Musikkultur, die jedoch im Jazz selbst auf ganz andere, d.h. auf eine individuelle eigene, Weise genutzt wird. Als besonders zentral charakterisiert werden können die auf Bewegungsgefühl bezogene Rhythmik (Swing und Groove), eine intensive und spontane Interaktion (u.a. Call and Response) sowie eine am vokalen Ausdruck orientierte Tonbildung. Diese drei grundlegenden Elemente, insbesondere die sogenannte Rhythmik, können auf das Musikgefühl afrikanischer Musikkulturen zurückgeführt werden.

Heutzutage herrschen neuere Strömungen des Jazz mit musikalischen sowie ästhetischen Charakteristika vor, die dem Jazz seine wahre individuelle und einzigartige Identität verleihen. Zu diesen Kennzeichen und Merkmalen gehören neben den damals stilbildenden „blue notes“ vor allem:

  • Improvisation,
  • stilistische Individualität der Musiker,
  • Jazz-Rhythmik mit sogenanntem polyrhythmischen Charakter (= spezielle Form der Tonbildung, wie Schleiftöne oder Multiphonics, und Instrumentenbehandlung sowie
  • ein Traditionsbezug auf frühere Stile der ganzheitlichen Geschichte des Jazz.

(Bildquelle: www.sxc.hu)

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