Juliette Gréco: Hommage an ein langes künstlerisches Leben

21. April 2010 | von admin | Kategorie: Künstler, Top-Artikel

Juliette Gréco“Ich erinnere mich an alles“ –

Hommage an ein langes künstlerisches Leben

Ihr von Leidenschaft und Hingabe geprägtes künstlerisches Leben lässt die französische Chanson-Ikone und Muse der Existenzialisten, Juliette Gréco, am Samstag, den 19. Juni 2010 im Rahmen des palatia jazz Festivals im stilvollen Ambiente des Neuffer am Park in Pirmasens Revue passieren.

Erst kürzlich resummiert die FAZ: “ … Sie ist Chansonsängerin, und die Komödien und Tragödien en miniature wollen entweder nur federleicht dahingesungen oder dramatisch zelebriert sein. So waren schon ihre ersten Auftritte, und so sind ihre heutigen, die sie, alterslos trotz 50 Jahren Karriere, noch immer bleich, in schwarzen Roben und mit Rabenmähne absolviert. … In Konzerten konnte sie, die Winzige, sehr groß sein, frivol, vulgär und scheu, verträumt, ängstlich und tapfer, je nach Stimmung des Liedes. Heute wird sie achtzig, und ihre Konzerte sind ausverkauft wie eh und je … .“ “Man muss leise schreien – sonst hört einen keiner”, lautet ihr Credo. Und leise sind dann auch ihre Lieder, mit denen sie unsterblich wurde: „Accordéon”, „La musique” oder „La fourmi” sind nur drei Beispiele der Chansons, die sie durch ihre ganz persönliche Art stilisierte.

Juliette Gréco_1Ebenso bestimmt wie in ihrer Persönlichkeit ist Juliette Gréco in der Wahl ihrer musikalischen Partner. Zweifelsohne darf hier der Pianist und Komponist Gérard Jouannest nicht fehlen, mit dem Gréco in den 60er Jahren verheiratet war. Gérard Jouannest wirkt hauptsächlich als Songschreiber und komponierte unter anderem auch für Jacques Brel und Scott Walker. Mit Jean-Louis Matinier hat die Gréco einen der führenden zeitgenössischen Akkordeonspieler an ihrer Seite. Matinier überwindet mühelos die Grenzen zwischen („imaginärer“) Folklore, swingenden Grooves und neo-impressionistischer Innovation. Seine Spielweise ist stark durch die Haltung eines europäischen, kammermusikalischen Jazz geprägt. Durch seine spezifische Aufnahme der Akkordeontradition wirkt die Musik aber auch entspannend und leicht.

Juliette Gréco gilt als Grande Dame des Chanson, den sie auch durch ihre ganz persönliche Art stilisierte. So begann eine beispiellose, bis heute währende Bühnenkarriere, in der sie zur weltweiten Botschafterin des intellektuellen französischen Chansons wurde. Da sie nicht, wie Edith Piaf, über eine “große” Stimme verfügte, entwickelte sie einen ganz eigenen Vortragsstil – einen verhalten-melancholischen, erotischen, auch provokant-witzigen Sprechgesang, begleitet allein von den Bewegungen ihrer blassen Hände, die in reizvollem Kontrast zu den immer gleichen bodenlangen, schwarzen Kleidern standen.

Nach dem Krieg blieb die Gréco in Paris, hielt sich mit kleineren Gesangseinlagen über Wasser und zählte bald zur Bohème der Hauptstadt. 1946 eröffnete sie im Pariser Künstlerviertel Saint German de Prés die Kellerdiskothek „Tabou“, die zu einem legendären Treffpunkt von Existenzialisten wurde. Boris Vian spielte hier Trompete, zu ihren Stammgästen zählten Jean Paul Satre, Orson Welles und Marlene Dietrich.

Juliette Gréco_2Juliette Gréco war zwanzig und hatte noch auf keiner Bühne gestanden, als ihr Foto 1947 auf den Titelseiten von Zeitungen und Magazinen erschien. Das war ihre Zeit: Tag für Tag, und besonders Nacht für Nacht, zog sie durch die Literatencafés und Jazzclubs von St. Germain-des-Prés, wo sich ihre Wege mit denen von Beauvoir, Camus und Miles Davis kreuzten. In ihrem Kellerlokal wurde sie von Jean-Paul Sartre entdeckt und gefördert: Eines Nachts, nach einer Theater-Vorstellung, stieg sie im ‘Tabou’ auf einen Tisch und sang den Künstlern und Literaten Chansons vor. Tags darauf bestellte sie der Philosoph Jean-Paul Sartre in seine Wohnung und gestand ihr, er sei davon überzeugt, dass sie bald eine der großen Chanson-Sängerinnen sein werde und empfahl ihr einige Gedichte und Texte.

2009 veröffentlichte sie ihre aktuelle CD: “Ich erinnere mich an alles“ – eine Hommage an ihr langes künstlerische Leben.

Juliette Gréco “Je Me Souviens de Tout“

Juliette Gréco – vocals
Gerard Jouannest – piano
Jean Louis Matinier – accordeon

Neuffer am Park – Open Air
Neufferstraße, 66953 Pirmasens
Sa., 19. Juni 2010 | Beginn: 20.00 h | Einlass: 18.00 h
Sitzplatzkarten: ab 38,- € bis 58,- €


ACHTUNG:

Bei schlechtem Wetter wird das Konzert in die Festhalle Pirmasens verlegt. Besucher können sich am Veranstaltungstag auf unserer Internetpräsenz www.palatiajazz.de oder telefonisch unter 06326 | 96 77 78 informieren.

Alle Konzerte werden von einem kulinarischen Vorprogramm begleitet. Mit frisch zubereiteten Speisen und ausgesuchten Pfälzer Weinen können sich die Besucher genussvoll und entspannt auf den Abend einstimmen.
Tickets gibt es im Internet auf www.palatiajazz.de , telefonisch unter 0 63 26 | 96 77 77, beim LEO-Ticketservice RTS sowie an vielen öffentlichen Vorverkaufsstellen.

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