“Séraphine” und “Ein russischer Sommer”
5. Januar 2010 | von admin | Kategorie: Jazz-Zeit-Filmprogramm
Jazz-Zeit.at präsentiert Ihnen hier eine kurze Vorstellung der beiden Filme “Séraphine” und “Ein russischer Sommer”. Beide Filme starten im Cinema Paradiso frisch ins neue Jahr 2010 und sind ab 15.1.10 (”Séraphine”) bzw. ab 28.1.10 (”Ein russischer Sommer”) auf den Kino-Leinwänden zu “genießen”. Eine kleine inhaltliche Einführung soll Ihnen dabei behilflich, Ihr Interesse für den jeweiligen Film zu entdecken.
Séraphine
F 2008, R u B: Martin Provost, B: Marc Abdelnour, K: Laurent Brunet, Sch: Ludo Troch, M: Michael Galasso, D: Yolande Moreau, Ulrich Tukur, Anne Bennent, Geneviève Mnich, Nico Rogner, Adélaïde Leroux, Serge Larivière, u.a., 125 min.
Eine Frau, zwei Leben. Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Provinz malt eine blasse, unscheinbare Putzfrau im Geheimen Bilder. Einer der größten Kunstförderer der damaligen Zeit erkennt ihre Genialität und fördert ihr Talent. Endlich findet die faszinierende Geschichte der Séraphine Louis den Weg ins Kino. Ausgezeichnet mit 7 César ist „Séraphine“ die lange erwartete Leinwandadaption eines im wahrsten Sinne des Wortes verrückten Lebens.
Séraphine (Yolande Moreau) putzt und wäscht tagsüber für fast das ganze Städtchen. Niemand nimmt die blasse Frau war, die sehr bescheiden in einer ärmlichen Behausung lebt. Das ist das eine Leben von Séraphine. Sie hat noch ein anderes. Sie malt. Hochbegabt. Von dem wenigen Geld, das sie verdient, kauft sie statt Essen oder Kohle heimlich Maluntensilien. Nachts verwandelt sich Séraphine. Sie beginnt in Latein zu singen und dann malt sie wie besessen mit Pinsel und Finger. Sie fegt über die Leinwand und lässt Blumenbilder von außergewöhnlicher Anmutung entstehen. Niemand nimmt ihre Malerei ernst. Bis der große Kunstsammler
Wilhelm Uhde (Ulrich Tukur) in die Stadt kommt. Er hat Picasso und Rousseau entdeckt und erkennt Séraphines außergewöhnliches Talent. Seine Förderung wäre aber gar nicht nötig: Séraphine malt im Glauben an einen höheren Auftrag. Am Ruhm liegt ihr nichts.
Yolande Moreau ist eine grandiose Hauptdarstellerin, die die Malerin ernsthaft, unglaublich fesselnd und facettenreich spielt: Ihre Séraphine ist eine in sich gekehrte, eigenbrötlerische, bettelarme, naive und zugleich freie, mit scharfen Sinnen die Welt erfahrende Frau, die in nächtlichen Stunden während des Malens weltentrückte geistige Sphären betritt. (Quelle: Schnitt)
Das Auge erhält hochkarätige Kunst, wunderschöne, kräftige Bilder und eine außergewöhnliche Geschichte. (Quelle: Outnow.ch)
In dem unscheinbaren Leben der Malerin Séraphine de Senlis entdeckt dieser Film einen blühenden Garten, der staunen lässt. (Quelle: Cinefacts.de)
7 César 2009: Bester Film, Beste Hauptdarstellerin, Bestes Drehbuch, Beste Musik, Beste Kamera, Beste Kostüme, Beste Ausstattung
Ein russischer Sommer
D 2009, R u B: Michael Hoffman, K: Sebastian Edschmid, Sch: Patricia Rommel, M: Sergej Jewtuschenko, D: Christopher Plummer, Helen Mirren, James McAvoy, Paul Giamatti, Anne-Marie Duff, u.a., 112 min.
Literarisches Kino mit Humor, Herz, Sex, Tiefgang und Starbesetzung: Helen Mirren, Christopher Plummer, Paul Giamatti und James McAvoy auf den Spuren von Leo Tolstoi und im Rennen um den nächsten Oscar. (Quelle: Skip)
Die unterhaltsamsten und kurzweiligsten 2 Stunden im Kino seit langem. „Ein russischer Sommer“ ist der Show-Down einer leidenschaftlichen Liebesgeschichte, eine herrliche Komödie und die mitreißende Biografie der letzten Tage eines der größten Schriftsteller aller Zeiten. Ein besonderer Leckerbissen ist das Leinwand-Traumpaar Christopher Plummer und Helen Mirren. Plummer ist als alternder Leo Tolstoi zum Niederknien, Mirren spielt, als ginge es um ihr Leben – und den nächsten Oscar als beste Hauptdarstellerin (nach „Die Queen“).
Der von seinen Anhängern wie ein Held verehrte Leo Tolstoi und seine Frau Sofia sind seit 48 Jahren verheiratet. Eine bedingungslose Liebe, die so manche Höhen und Tiefen gemeistert hat. Doch nun hängt der Haussegen schief. Tolstoi will seine wertvollen Manuskripte dem russischen Volk vermachen. Das muss mit höchster Geheimhaltung geschehen, denn Sofia darf
davon nichts mitbekommen. Als sie es dann doch erfährt, ist der Ärger umso größer. Sie fühlt sich hintergangen, stellt 48 Jahre ihres Lebens in Frage, 48 Jahre, in denen sie sich selbstlos hinter ihren Mann gestellt hat, mit ihm durch dick und dünn gegangen ist. 13 Kinder gebar sie ihm, das Manuskript von „Krieg und Frieden“ hat sie sechsmal eigenhändig abgeschrieben. Sie ist außer sich vor Wut, dass nun ihr Erbe kommunistischen Idealen geopfert werden soll. Wie eine Furie rast sie durchs Haus und macht allen Anwesenden und auch sich selbst das Leben zur Hölle. Doch der altersmilde Tolstoi bleibt hart. Seine Überzeugungen will er nicht seinem weichen Herzen beugen.
Eine auf dem Minenfeld der Emotionen tanzende Geschichte in beeindruckender Bilderflut und breiter Epik. (Quelle: Kino.de)
Info- und Ticket-Service:
Cinema Paradiso | www.cinema-paradiso.at
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