Wiener Komponist Gerald Kampl präsentiert neues Album “Lighthouse”
4. November 2010 | von admin | Kategorie: CD-Neuerscheinungen, Top-Artikel
“Musikalische Impressionen im Grenzbereich von Klassik, Minimalismus und Ambient.”
Das neue Album LIGHTHOUSE des Wiener Pianisten, Keyboarder und Komponisten Gerald Krampl, versteht sich als konsequente Weiterentwicklung des Stils, den er bereits in seinem letzten Werk “Innocent Wasteland” begonnen hatte. Den nahezu kammermusikalisch aufgebauten Stücken liegt diesmal allerdings kein übergeordnetes Konzept zugrunde, vielmehr handelt es sich um eine Sammlung einzelner sehr persönlicher Impressionen, die sich im Laufe des letzten Jahres ansammelten. So entstand z.B der Titeltrack “Lighthouse” unter dem Eindruck verfallener militärischer Hafenanlagen in Kroatien, “Walking The Last Mile “nach Truman Capote’s “In Cold Blood”, “Nightpearls” in einer mystischen Nacht voller Sternschnuppen oder “The Guiding Light” nach dem entzünden einer Kerze am Friedhof.
Neben dem klassischen Ansatz, Musik für Klavier + max. zwei Streicher zu schreiben, wird dieses relativ minimalistische und sehr ursprüngliche Klangbild aber wieder mit zusätzlichen elektronischen und Natursounds zu intensiven musikalischen Stimmungsbildern erweitert. Und natürlich finden sich auch wiederum etliche Anklänge an Geralds jahrelange Beschäftigung mit spiritueller und meditative Musik mit seinem Agnus Dei Projekt für “Musik & Poesie” sowie an frühere ProgRock Zeiten mit seinen damaligen bekannten Bands Kyrie Eleison und Indigo.
Wo man diese Art Musik nun aber letztendlich einordnen möchte, ist in Wahrheit ziemlich egal, da Geralds musikalische Zielsetzung schon seit längerem abseits jeglicher kommerziellen Klischees und Genre Orientierungen verläuft und dabei aber doch, wie sich bald zeigte, sowohl Anerkennung in Klassik-, wie auch ProgRock- und NewAge/Ambient-Magazinen und Radios findet (das letzte Album “Innocent Wasteland” belegte z.B. auch wieder eine Top 40 Position in den US New Age Radio Charts!).
Gerald Krampls musikalische Karriere begann in früher Jugend mit klassischem Klavierunterricht und später Musiktheorie am Konservatorium. In den 70er- und 80er-Jahren gründete er zwei Prog-Rock Bands, Kyrie Eleison und Indigo, die in der internationalen Szene viel Beachtung fanden. Gerald spielte Keyboards und komponierte fast alle Songs und so wurden einige LPs, Singles und CDs erfolgreich veröffentlicht. 1983 gründete er auch die Fa. IndigoMusic, zuerst hauptsächlich um die eigenen Sachen zu vermarkten, aber bald erweiterte sich das auch auf mehrere andere Projekte von Disco bis Folk, die im dann auch schon im eigenen Studio für diverse Plattenfirmen produziert wurden.
Nach einem Rückzug 1992 aus dem Musikgeschäft begann er 1999 wieder, diesmal zusammen mit seiner Frau Hilde, an einem neuen spirituellen musikalischen Projekt zu arbeiten – Agnus Dei. Inspiriert durch ihrer beider jahrelange Beschäftigung mit Reiki (Meister Grad), Runen, Blüten und Meditationsformen, wurden hier ihrer beide Fähigkeiten kombiniert. Esoterische Themen wurden musikalisch durch Geralds entspannender Musik auf den CDs ausgedrückt, ergänzt durch Hildes Lyrik und Gedichten in den beigelegten CD-Booklets. Doch traurigerweise verstarb Hilde 2002 völlig unerwartet und so wurden die vier Alben und zwei spezielle Reiki-Musik Collections leider erst posthum veröffentlicht – und zwar auf dem dafür eigens gegründeten Sandrose Records Label.
In 2006 folgte eine neue musikalische Herausforderung mit der emotional sehr intensiven Arbeit an einem electronic/klassischen Soundtrack für die Web- und TV-Dokumentation “31Projects”, eine beeindruckende Aufklärungsarbeit über den Holocaust im Zweiten Weltkrieg, frei zu besuchen im Web unter www.31Projects.at . Mit zusätzlicher Musik erweitert erschien dann 2007 auch die CD “31Projects – The Music”.
Irgendwie als Gegenpol zu dieser sehr traurigen und dunklen Musik entstand das nächste Album “Timediver”, veröffentlicht im Winter 2008. Angesiedelt zwischen Elektronik und Prog-Rock in einer Art „Vintage 80er Stil“, ist es am besten mit „Soundtrack zu Filmen im Kopf“ zu beschreiben. Beeinflusst vom frühen Oldfield, Vangelis, Kitaro et., stellt es außerdem eine letzte Reminiszenz an die früheren Prog-Rock Zeiten dar.
Aufgrund des nach wie vor starken Interesses für meditative, therapeutische Musik, produzierte Gerald auch noch nebenbei in 2008 eine Märchen-CD mit bekannten klassischen Märchen (erzählt von Corinna Steinböck), untermalt mit seiner speziell dafür komponierten Musik, mit dem Titel “Es war einmal…”.
Gleichzeitig entstand 2008 auch die Idee für ein neues Solo-Projekt. Aber nun mit der Vornahme ohne Rücksicht auf Kommerzialität oder Genre-Denken heranzugehen, so minimalistisch und elementar wie möglich zu bleiben (nur Klavier und max. 2 Synth. Streicher Sounds), dafür aber mit zusätzlichen Sound-Effekten dem ganzen ein Soundtrack Feeling zu geben. Ein anderer Punkt war auch, dass die Musik leicht live reproduzierbar sein sollte, um sie mit einer kleinen klassischen Trio Besetzung eventuell zukünftig auch aufführen zu können. Beeinflusst von Künstlern wie Preisner, Max Richter, Ludovico Einaudi, Erik Satie etc., entstand als Resultat das Album Innocent Wasteland, veröffentlicht im Dezember 2009. Es wurde ein eher melancholisches, nachdenkliches Konzeptalbum über den endlosen Kreislauf von Zerstörung und Wiedererwachen in allen Bereichen, stilmäßig von den meisten Medien irgendwo zwischen Klassik, Minimalismus und Ambient Elektronik eingeordnet. Einiges von der Musik wurde auch gleich wieder für eine Web-Präsentation über das Thema “Behinderung” verwendet, zu sehen unter www.7Minuten.at.
Dieses Solo-Projekt findet seine konsequente Fortsetzung mit dem im Oktober 2010 erschienenen Album “Lighthouse”. Wieder mit demselben Ansatz als Crossover von Klassik, Minimalismus und Ambient, diesmal allerdings ohne übergeordnetes Thema dahinter, vielmehr fungiert jeder Titel als musikalischer Ausdruck eines von etlichen starken persönlichen Eindrücken, die sich im Laufe des Jahres angesammelt hatten.